BEA 609 verunglückt bei Startversuch

Am 6. Februar 1958 verunglückte gegen 15:03 Uhr nach einem Tankstop in München-Riem der BEA-Flug 609, die Airspeed AS 57 Ambassador G-ALZU 'Lord Burghley', auf dem Charterflug von Belgrad nach Manchester. Das Flugunglück machte als "Munich Air Disaster" bzw. "Munich Air Crash" traurige Geschichte.

Nach dem planmäßigen Auftankstopp auf dem Flughafen München-Riem stellte Flugkapitän James Thain mit Co-Pilot Ken Rayment während der ersten beiden Startversuche unregelmäßigen Ladedruck in beiden Motoren fest und brach beide Startversuche ab.

Bei dem dritten Startversuch rollte das Flugzeug mit gleichmäßig laufenden Motoren erneut auf die Startbahn. Nachdem mit 117 Knoten die Geschwindigkeit erreicht war, an dem der Start mangels verbleibender Bremsstrecke nicht mehr sicher abgebrochen werden konnte, fiel die Geschwindigkeit des Flugzeugs plötzlich auf 105 Knoten ab. Für einen sicheren Start wären 119 Knoten erforderlich gewesen. Aufgrund der zum Abheben zu niedrigen Geschwindigkeit rutschte die AS 57 über das Landebahnende hinaus, durchbrach den Begrenzungszaun des Flughafens und streifte mit der linken Tragfläche ein nahestehendes Wohnhaus. Es wird vermutet, dass der Schneematsch auf der Startbahn das Erreichen der notwendigen Geschwindigkeit verhindert hatte.

Bei dem Unglück kamen von 23 von 44 Menschen an Bord ums Leben, darunter auch acht Fußballspieler von Manchester United. Die Bewohnerin des Hauses überlebte mit ihren drei Kindern.

Nach dem "Munich Air Disaster" mussten an allen deutschen Flughäfen die Sicherheitsräume hinter der Start- / und Landebahn vergrößert werden.