2 neue Großlöschfahrzeuge für die Flughafenfeuerwehr München

Um zwei Großlöschfahrzeuge wurde der Fahrzeugpark der Münchner Flughafen Feuerwehr vergrößert. Der ständig steigende Luftverkehr und der Einsatz von Großraumflug­zeugen verlangte die Anschaffung dieser Fahrzeuge. Wie sehr bei der Anschaffung von Löschfahrzeugen in neuen Dimensionen gedacht werden muß, geht schon dar­aus hervor, daß zum Beispiel die Tanks einer Boeing 747, dem Jumbo-Jet, rd. 180 000 Liter Treibstoff fassen; eine Menge, mit der ein VW etwa eine Strecke von 2 Millionen Kilometer zurücklegen könnte.

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Einsatzübung mit Großlöschfahrzeugen der Flughafenfeuerwehr Riem © 1973 Jochen Zilch

Technische Daten:

Das „Jumbo'-Löschfahrzeug wird von zwei im Heck einge­bauten luftgekühlten Deutz-Diesel-Motoren mit einer Lei­stung von je 500 PS angetrieben. Sie ermöglichen dem vierachsigen, fast 12 m langen, 3 m breiten und 4,15 m hohen Fahrzeug — selbst bei dem zulässigen Gesamtge­wicht von rd. 52 Tonnen — eine Spitzengeschwindigkeit von 107 Kilometer pro Stunde. Trotz des hohen Gewichts — unbeladen wiegt das Fahrzeug 28 Tonnen — beschleunigt es von 0 auf 80 km in nur 37 Sekunden. Oder anders ausge­drückt: Vom Stand aus ist es möglich, eine Entfernung von einem Kilometer in 55 Sekunden zu bewältigen. Die Löscheinrichtungen sind so angelegt, daß nach An­kunft am Brandort durch schlagartigen Einsatz der mitge­führten Löschmittel Brände aller Art rasch und wirksam bekämpft werden können. Die Brandbekämpfung kann selbst nach dem Ausfall eines Motors ungemindert fort­gesetzt werden, da das Fahrzeug auch dann noch voll fahr-und pumpfähig ist. Gerade diese Tatsache ist als entschei­dender Vorteil der gewählten Fahrzeugkonzeption zu werten.

Der Gesamtauftrag wurde von der Firma Klöckner-Humboldt-Deutz in Ulm übernommen, die den gesamten feuerwehrtechnischen Aufbau erstellt und die 500 PS Motoren geliefert hat. Das Spezialfahrgestell wurde von der Firma Faun, Lauf a. d. Pegnitz, hergestellt.

Der Tankaufbau faßt 18 000 Liter Wasser. Innerhalb des selbsttragenden Kunststoffwassertanks ist noch ein Schaummitteltank mit 2.000 Liter Fassungsvermögen untergebracht, so daß die mitgeführte Menge an Löschmitteln insgesamt 20.000 Liter beträgt.

Das bisher größte Löschfahrzeug der Flughafen Feuerwehr hatte dagegen ein Fassungsvermögen von nur 5-500 Liter zuzüglich 500 Liter Schaumbildner.

Die Besatzung des Großlöschfahrzeuges, ein Fahrer und bis zu 3 Mann, kann vom Fahrerhaus aus — auch während der Fahrt — das Wendestrahlrohr — (Firma Sides, St. Na-zaire-Loire Atiantique, Frankreich) für den Schaumbetrieb bedienen. Durch das Rohr werden bei einer Wurfweite bis zu etwa 70 m bis zu 6.000 Liter pro Minute ausgestoßen. Zwei links und rechts am Großlöschfahrzeug installierte Schaumrohre für das schnelle Bekämpfen kleinerer Brände vervollständigen die Löscheinrichtung. Mit den beiden Großlöschfahrzeugen verfügt die Flughafen München GmbH über insgesamt 8 Feuerlöschfahrzeuge mit einer Wasserkapazität von rd. 50.000 Liter und einer Pul­vermenge von 3.000 kg. Damit wird den von der ICAO (Internationale Zivilluftfahrt-Organisation) unter Berücksich­tigung des Verkehrsaufkommens festgelegten Mindestlöschmittelmengen entsprochen. Über 40 Feuerwehrleute sorgen in diesem Bereich für die Sicherheit am Flughafen München-Riem.

Kosten:

Der Anschaffungspreis für die beiden Großlöschfahrzeuge, die die neueste Entwicklung auf dem Sektor der Flughafen-Löschfahrzeuge darstellen, beläuft sich pro Fahrzeug auf rd. DM 800 000,—.